Syngenta rechnet mit Verbot der meisten Pestizide

Verschiedene Medien (unter anderen die Berner Zeitung) berichteten vor wenigen Tagen:

Der Basler Konzern stellt sich auf eine Landwirtschaft in Europa mit weniger Chemie ein. Er geht davon aus, dass sich das auch auf den Anbau im Rest der Welt auswirkt.
«Wir müssen uns auf die Zukunft einstellen, wir müssen Produkte mit weniger Rückständen erforschen, wegen der veränderten gesellschaftlichen Akzeptanz», sagt die Nachhaltigkeitschefin des Konzerns, und «Der Wandel in Europa dürfte weltweite Auswirkungen haben.»

Die Pestizidinitiative aber auch der von der neuen EU-Kommissionspräsidentin angekündigte Green Deal der Europäischen Union scheinen Wirkung zu zeigen. Syngenta zeigt sich alarmiert. Kündigt die Meldung aus Basel einen –  hochwillkommenen – Wandel in der Unternehmenspolitik an?

Noch vor Kurzem reagierte  die Unternehmung äusserst abwehrend zu Kritik an ihrem Geschäftsgebaren vor allem in Ländern des globalen Südens.

Im September 2018 veröffentlichte Public Eye (ehemals «Erklärung von Bern») einen Bericht zu «Schweizer Pestizid vergiftet Bauern in Indien», dies auch im Zusammenhang mit der Konzernverantwortungsinitiative. Das von Syngenta in Indien verkaufte Pestizid sei seit 2001 in der EU und seit 2009 in der Schweiz verboten.
In der Folge entstand eine lebhafte öffentlichen Diskussion. SRF und SwissInfo berichteten. Diese Diskussion mündete im Juni dieses Jahres in eine kontradiktorische Podiumsdiskussion, von der die Bauernzeitung berichtete.  Die Fronten schienen verhärtet.

Syngenta bleibt eine der grossen Akteurinnen im globalen Markt für Schädlingsbekämpfungsmittel. 2012 stand Syngenta mit 19% an der Weltspitze vor Bayer Crop Science (17 %), BASF (11 %), Monsanto (10,5 %) und die heute fusionierten Dow/DuPont (mit zusammen 14%). Diese Marktanteile haben sich in den vergangenen Jahren, so vermuten wir, kaum substantiell verändert.

-> Es ist zu hoffen, dass Syngenta mit der Absage an hochgiftige synthetische Pestizide ein Zeichen für die anderen Marktakteure setzt. Wir erwarten, dass den Worten die entsprechenden Taten folgen, nicht nur in der Schweiz und Europa, sondern weltweit.

Agrarökologie weist den Weg

Wir wissen: Will die globale Gesellschaft die Produktion von Nahrung zukunftsfähig gestalten, braucht es innovative Wege, nicht nur um mehr zu produzieren, sondern um dies mit weniger zugekauften Futtermitteln sowie künstlichen Schädlingsbekämpfungs- und Düngemitteln zu tun. International und zunehmend auch in der Schweiz wird klar, eine agrarökologisch ausgerichtet Land- und Ernährungswirtschaft entspricht diesen Notwendigkeiten.
-> Siehe dazu unseren Blogbeitrag « Agrarökologie, die Land- und Ernährungswirtschaft der Zukunft»

agroecologyworks

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