„Abverheites“ und Ungereimtes

("abverheit" - berndeutsch für misslungen, missraten)

BILDUNG zu einfach gemacht

Eine bekannte Berner Privatschule wirbt für sich, mit «Wissen kann man downloaden, Bildung nicht».

Wie will diese Schule Wissen (vom Netz) herunterladen, wenn doch, wie wir wissen, das Wissen in den Köpfen der Menschen steckt. In den Kellergewölben dieser Schule wird hoffentlich Frankenstein nicht ein neues Labor eingerichtet haben!

Also, liebe Schule, herunterladen kannst Du Informationen, das Wissen bildet und entwickelt sich bei den Schülerinnen und Schülern. Bildung, ja da geben wir Dir recht, dies ist Deine Domäne, Deine Kompetenz, deshalb gehen Schülerinnen und Schüler (hoffentlich gerne) bei Dir zur Schule.

WERBUNG zu witzig ausgefallen

Mit ebenfalls drei «abverheiten» Texten wirbt die grösste Schweizer Gratiszeitung:

«Jetzt ist «gratis» doch etwas wert». War denn, liebe Zeitung, vor-jetzt «gratis» nichts wert? Was ist denn wertvoll (geworden)? Das Kurzfutter? Die reisserischen Titel? Die Kürzestinformationen über wichtige Ereignisse in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur?

«Jetzt versteht man, was man liest“. War denn „vor-jetzt“ das Geschriebene oder Gelesene unverständlich? Oder geht es um den Man(n)? Verstanden Frauen schon vor-jetzt die Texte oder tun sie es auch in Zukunft nicht? Wir jedenfalls verstehen viel nicht, was in dieser Zeitung steht, die Meldungen sind schlicht zu kurz um sie zu verstehen.

Und zum dritten:
„Jetzt bildet man sich hier die Meinung“. Welche Meinung denn? Irgendeine beliebige? Die Meinung zu dieser Zeitung? Und wiederum: Bildet sich „frau“ hier die Meinung nicht? Wäre ja möglicherweise ein Glücksfall. Als Man(n) bilde ich mir schon die Meinung, aber die behalte ich für mich.

Witzig texten scheint auch den Profis nicht leicht zu fallen.

RADIO zu unbedacht berichtet

„Grösstes UNO-Projekt aller Zeiten in Gefahr“ titelte SRF vor wenigen Tagen. Das von der UNO eingesetzte Gremium von Wissenschaftler*innen, das von Peter Messerli der Uni Bern ko-präsidiert wird, beurteilt die UNO Agenda 2030 als chancenlos, wenn die Politik nicht rasch und rigoros agiere.

Aha, einmal mehr die UNO mit ihren Projekten, geht uns und vielleicht vielen durch den Kopf. Aber letztlich ist nicht das UNO-Projekt in Gefahr sondern das Leben für die Menschen auf diesem Planeten!

Die Agenda 2030 umfasst 17 Ziele und 169 Teilziele. Dazu gehören etwa auch Infrastruktur, Geschlechtergerechtigkeit, Klimaschutz, die Konservierung der Ozeane, Frieden und Sicherheit, ein nachhaltiges Konsumverhalten, eine Welt ohne Hunger oder die Reduzierung von Ungleichheit. Alle Kinder sollen weltweit Zugang zu einer kostenlosen Grundschulausbildung erhalten und die Benachteiligung von Frauen und Mädchen soll bekämpft werden.
Die Webseite des EDA

Das Leben auf diesem Planet ist kein Projekt. Gleich wie die Bundesverfassung sagt uns die Agenda 2030, wie wir das Leben auf dieser Welt für alle erträglich gestalten können.

Die ARENA zu eisig ausgefallen

Die ARENA des Schweizer Fernsehens vom 6. September im Vorfeld der Parlamentswahlen fand in der Eisgrotte des Jungfraujochs statt, zur Klimapolitik. Die Kälte stand den Diskussionsteilnehmenden buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Die Erwärmung, wie sie unser Klima heutzutage prägt, war ebenso wenig spürbar wie die Auswirkungen  schmelzender Gletscher oder des auftauenden Permafrostes.  Eine nächste Sendung müsste von der schwindenden Gletscherzunge des Rohnegletscher oder den tiefen Spalten auf den Wanderwegen im Aletschwald – direkte Auswirkung des wegschmelzenden Aletschgletschers – aus ausgestrahlt werden.

Und zum Abschluss ein Blick zurück in den Sommer 2014:
WAHLWERBUNG „abverheit“

Warnung vor der FDP?
Achtung vor den Linksabweichlern in der SVP?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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