Begegnung in den Bündner Bergen

Eine Südafrikanerin bringt in den Bergen Graubündens Menschen zusammen:  Migrant*innen aus Afrika und dem Mittleren Osten und  Nachfahren der Walser begegnen sich.

Lavonne Bosman ist eine Fotokünstlerin. Sie lebt in Kapstadt, Südafrika. Im Rahmen des Projekts SMArt – Sustainable Mountain Art – hat sie in Litzirüti, …

… einem Walserdorf im Kanton Graubünden, unweit von Arosa gelegen fotografiert.
Hier sind ihre Fotos zusehen. (Achtung: es sind verschiedene Kunstfotoprojekte abgebildet. Light of Hope ist der Titel der Fotos von Lavonne Bosman.)

Die Walser sind eine alemannische Volksgruppe im Alpenraum. Ab dem späten Hochmittelalter besiedelten sie, ausgehend vom Oberwallis, hauptsächlich Alpengebiete im schweizerischen Bündnerland, im oberitalienischen Piemont und Aostatal, in Liechtenstein, im österreichischen Vorarlberg und im angrenzenden Tirol sowie vereinzelt auch im Berner Oberland, in Savoyen, in Bayern und anderswo. Auf einer Länge von rund 300 km verteilen sich im Alpenbogen heute noch rund 150 Walsersiedlungen.

Heute leben in Litzirüti etwa 50 Einwohner, sie sprechen Walserdeutsch. Sommer- und insbesondere Wintertourismus bestimmen das Leben der Leute. Im Dorf befindet sich seit 2016 ein kantonales Transitzentrum für Asylsuchende. Asylbewerber aus neun Nationen, vor allem junge Männer  wohnen dort.

Zur Vernissage der Fotoausstellung „Light of Hope“ von Lavonne Bosman hat die Aroser Zeitung am 9. Juli 2017 einen Artikel mit dem Titel „Migration in der Bündner Bergwelt – einst und heute – publiziert“. An diesem Tag, rund eineinhalb Jahre nach der Eröffnung des Asylzentrums, sind sich die Bevölkerung von Litzirüti und die Bewohner*innen des Asylzentrums zum ersten Mal begegnet.

SMArt ist ein Projekt der « Fondation pour le développement durable des régions de montagnes » FDDM. „La FDDM est la structure créée en 1999 par l’Etat du Valais et la Municipalité de Sion pour promouvoir le développement durable sur son territoire et dans les régions de montagne du monde. Le cœur de son activité consiste à coordonner la mise en place de l’Agenda 21 cantonal. La FDDM œuvre également dans la mise en place d’événements, l’éducation et la coopération internationale.“

Viele von uns – und nicht nur die Fussballer der Schweizer Nationalmannschaft – haben einen Migrationshintergrund. Oft liegen diese Zeiten viele Generationen zurück. Vorfahren auf Seiten meiner Mutter stammen aus Lothringen. Sie sind in den 1870er Jahren vor dem deutsch-französischen Kriegsdienst in die Schweiz geflohen und haben sich in Pruntrut eine neue Lebensgrundlage geschaffen, als „Sans-Papiers“. In den 1890er Jahren konnten sie die schweizerische Staatsbürgerschaft erhalten. Tagtäglich begegnen wir „Sans-Papiers“ und merken es wohl oft gar nicht. In Litzirüti hat die südafrikanischen Fotografin die Begegnung ermöglicht.

Übrigens:
gegenwärtig macht uns ein Plakat der Schweizerischen Flüchtlingshilfe auf (mögliche) die Begegnungen mit Migrant*innen aufmerksam.

 

 

 

2 Kommentare zu „Begegnung in den Bündner Bergen“

  1. Beim Betrachten der Bilder von Lavonne Bosman fällt mir auf, dass nur ein Bild (oder sind es zwei?) dabei ist, auf dem sich alte und neue Migranten begegnen. Man könnte meinen, es seien wie zwei getrennte Welten in der Litzirüti. Ist es so, oder täuscht der Schein?
    Manuel und Regula, Danke für den Gedankenanstoss.
    Ernst

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